Myricetin – Funktionen

Myricetin ist ein potentes Flavonol, das in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt und vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen hat. Dieser Artikel beleuchtet die vielseitigen Funktionen von Myricetin in Bezug auf die menschliche Gesundheit [1, 2].

Antioxidative Eigenschaften

Myricetin ist eines der stärksten natürlichen Antioxidantien unter den Flavonolen. Es schützt Zellen vor Schäden durch freie Radikale und reaktive Sauerstoffspezies, die im Körper durch normale metabolische Prozesse oder externe Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung und Verschmutzung entstehen. Myricetin neutralisiert diese Moleküle und verhindert damit oxidative Schäden an Lipiden, Proteinen und DNA.

Antiinflammatorische Wirkung

Myricetin wirkt entzündungshemmend, indem es die Produktion von entzündungsfördernden Zytokinen und Mediatoren wie TNF-alpha und IL-6 unterdrückt. Es beeinflusst auch die Aktivität von Enzymen wie Cyclooxygenase (COX) und Lipoxygenase (LOX), die an der Entzündungsreaktion beteiligt sind. Diese Eigenschaften machen Myricetin zu einem nützlichen Nährstoff in der Prävention und möglicherweise auch der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis.

Neuroprotektive Eigenschaften

Myricetin zeigt Potenzial bei der Prävention und Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Es schützt Neuronen vor neurotoxischen Schäden und fördert die neuronale Viabilität und Funktion. Myricetin inhibiert die Bildung von Beta-Amyloid-Plaques, einem Hauptmerkmal der Alzheimer-Krankheit, und hat positive Effekte auf die Gedächtnis- und Lernfunktionen gezeigt.

Antikarzinogene Wirkung

Myricetin hat gezeigt, dass es das Wachstum und die Ausbreitung von Krebszellen in verschiedenen Krebsarten, einschließlich Brust-, Darm- und Hautkrebs, hemmen kann. Es induziert Apoptose (programmierter Zelltod) in Krebszellen und hemmt die Angiogenese (Bildung neuer Blutgefäße), die für das Tumorwachstum essentiell ist.

Kardioprotektive Effekte

Studien zeigen, dass Myricetin dazu beitragen kann, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern. Es verbessert die Endothelfunktion, senkt den Blutdruck und reduziert die Oxidation von Low-Density-Lipoproteinen (LDL), einem Schlüsselfaktor für die Entwicklung von Atherosklerose. Ferner hat Myricetin eine antithrombotische Wirkung, indem es die Plättchenaggregation hemmt, was das Risiko von Thrombosen verringert.

Literatur

  1. Hahn A, Ströhle A & Wolters M (2023). Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie (4. Auflage). Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
  2. Sharma AK, Sharma A (2024). Natural Secondary Metabolites. From Nature, Through Science, to Industry. (1st Ed.). Springer Verlag